Wasser wird in ein Glas gegossen

PFAS im Leitungswasser München: Was steckt wirklich im Trinkwasser?

PFAS im Leitungswasser München: Was steckt wirklich im Trinkwasser – und was filtert es heraus?

Recherche · Umweltbundesamt · BUND · Trinkwasserverordnung 2026 · Aktualisiert: 27. Oktober 2026

Direkte Antwort: Münchens Trinkwasser stammt überwiegend aus dem Mangfalltal und dem Loisachtal und gilt als eines der besten Deutschlands. Trotzdem sind auch hier – wie bundesweit – Spuren von PFAS („Ewigkeitschemikalien") nachweisbar. Ein bundesweiter Test des BUND fand in 42 von 46 Trinkwasserproben PFAS. Kochen entfernt PFAS nicht. Aktivkohle kann PFAS binden; was ein bestimmter Filter tatsächlich leistet, steht im Testbericht des Herstellers – frag immer nach Prüfmethode und Rohdaten.

42/46Trinkwasserproben mit PFAS-Nachweis (BUND 2025)
100 ng/lNeuer Grenzwert PFAS-20 ab Januar 2026
20 ng/lStrengerer Grenzwert für 4 PFAS ab Januar 2028
10.000+Einzelsubstanzen in der PFAS-Gruppe

Wie gut ist Münchens Trinkwasser wirklich?

München bezieht sein Trinkwasser zum großen Teil aus Quellen im Mangfall- und Loisachtal sowie aus dem Münchner Schotterebene-Grundwasser. Die Stadtwerke München (SWM) gelten als Vorreiter und beziehen das Wasser bewusst aus geschützten, ökologisch bewirtschafteten Gebieten. Das Ergebnis: München hat objektiv hervorragendes Leitungswasser, das die gesetzlichen Grenzwerte deutlich unterschreitet.

Doch „hervorragend im Vergleich" bedeutet nicht „frei von allem". Die Frage, die sich immer mehr Menschen stellen, lautet nicht: Ist mein Wasser legal? Sondern: Was genau nehme ich täglich auf – und kann ich meine persönliche Belastung weiter senken?

Was sind PFAS – und warum nennt man sie „Ewigkeitschemikalien"?

PFAS (per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen) sind eine Gruppe von mehr als 10.000 synthetischen Chemikalien. Sie stecken in Antihaft-Pfannen, Outdoor-Kleidung, Lebensmittelverpackungen und Feuerlöschschaum. Ihr gemeinsames Merkmal: Sie sind extrem stabil und bauen sich in der Umwelt praktisch nicht ab – daher der Beiname „Ewigkeitschemikalien".

Einmal im Grundwasser, bleiben sie dort über Jahrzehnte. Die bekanntesten Vertreter im Trinkwasser sind PFOS und PFOA. Beide sind längst verboten, aber durch Altlasten weiterhin nachweisbar.

Wie viel PFAS steckt im deutschen Leitungswasser?

Der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) entnahm zwischen Juni und Oktober 2025 bundesweit Wasserproben aus Haushalten und ließ sie in einem akkreditierten Labor auf 58 verschiedene PFAS untersuchen. Das Ergebnis: In 42 von 46 Trinkwasserproben wurden PFAS nachgewiesen. In drei Regionen – Zeuthen, Ludwigslust und Güstrow – wurden sogar die ab 2028 geltenden Grenzwerte überschritten, meist durch Altlasten aus PFAS-haltigem Feuerlöschschaum.

Wichtig zur Einordnung: In den meisten Proben werden die Grenzwerte eingehalten, und die Wasserversorger-Verbände betonen, dass deutsches Trinkwasser sicher ist. Die Werte zeigen aber, wie weitverbreitet PFAS inzwischen sind – und dass wir zusätzlich über Lebensmittel und Alltagsprodukte belastet werden.

Die neue Trinkwasserverordnung 2026: Was ändert sich?

Seit dem 12. Januar 2026 gilt in Deutschland ein Summengrenzwert von 100 Nanogramm pro Liter für eine Gruppe von 20 PFAS (PFAS-20). Ab dem 12. Januar 2028 kommt ein strengerer Wert hinzu: maximal 20 ng/l für die vier besonders kritischen Verbindungen PFOA, PFOS, PFNA und PFHxS.

Für Verbraucher heißt das: Der Gesetzgeber erkennt das Problem an und verschärft die Regeln. Gleichzeitig warnen Wasserversorger vor hohen Aufbereitungskosten – die letztlich über den Wasserpreis bei den Verbrauchern landen.

Warum Abkochen gegen PFAS nicht hilft

Ein verbreiteter Irrtum: Wer sein Wasser abkocht, sei auf der sicheren Seite. Das stimmt für Bakterien – aber nicht für PFAS. Diese Chemikalien verdampfen beim Erhitzen nicht. Im Gegenteil: Da beim Kochen Wasser verdunstet, kann sich die PFAS-Konzentration sogar leicht erhöhen.

Was hilft gegen PFAS im Leitungswasser?

Nicht jede Methode ist gleich wirksam. Diese Übersicht zeigt, wie die gängigen Optionen grundsätzlich einzuordnen sind:

Methode PFAS-Entfernung Installation
Abkochen Nicht wirksam —
Klassischer Tischfilter (Ionentauscher) Begrenzt Nicht nötig
Umkehrosmose Sehr wirksam Erforderlich
Aktivkohle-Gravity-Filter (z. B. AquaGlassFilter) Aktivkohle bindet PFAS durch Adsorption; die Testergebnisse findest du im Bericht Nicht nötig

Aktivkohle bindet PFAS über Adsorption: Die Moleküle haften an der riesigen inneren Oberfläche des Kohlenstoffs. Das funktioniert ohne Strom und ohne Installation. Wie gut ein konkreter Filter abschneidet, hängt von Material, Durchflussrate und Testbedingungen ab. Die Berichte zum AquaGlassFilter kannst du auf der Seite Testergebnisse und Zertifikate selbst nachlesen.

Für wen ist Filtern besonders sinnvoll?

Auch bei gutem Münchner Wasser gibt es Gruppen, die ihre Gesamtbelastung bewusst niedrig halten möchten:

  • Schwangere und Stillende – PFAS können die Plazenta passieren
  • Eltern mit Kleinkindern – kleine Körper reagieren empfindlicher auf niedrige Dosen
  • Menschen mit hormonsensiblen Erkrankungen – Schilddrüse, Kinderwunsch
  • Bewohner älterer Gebäude – wo zusätzlich Blei aus alten Leitungen ein Thema sein kann
  • Low-Tox-Lebensstil – bewusster Umgang mit der gesamten chemischen Belastung

Häufige Fragen zu PFAS im Trinkwasser München

Ist das Leitungswasser in München sicher?

Ja. Münchens Trinkwasser hält die gesetzlichen Grenzwerte deutlich ein und zählt zu den besten Deutschlands. Wie überall sind jedoch Spuren von PFAS nachweisbar. Wer die persönliche Belastung weiter senken will, kann mit einem Aktivkohle-Filter nachfiltern.

Enthält Münchner Leitungswasser PFAS?

Spuren von PFAS sind bundesweit im Trinkwasser nachweisbar – auch in Regionen mit sehr guter Wasserqualität. Ein BUND-Test fand 2025 in 42 von 46 Proben PFAS. Die Werte liegen in den meisten Fällen unter den Grenzwerten.

Entfernt ein Wasserfilter PFAS?

Aktivkohle kann PFAS über Adsorption binden, Umkehrosmose ist ebenfalls wirksam, benötigt aber eine Installation. Wie viel ein bestimmter Filter entfernt, zeigt nur ein öffentlicher Testbericht mit Prüfmethode. Die Berichte zum AquaGlassFilter findest du auf der Seite mit den Testergebnissen.

Hilft Abkochen gegen PFAS?

Nein. PFAS verdampfen beim Erhitzen nicht. Abkochen hilft nur gegen Bakterien, nicht gegen Chemikalien wie PFAS.

Welcher Grenzwert gilt ab 2026 für PFAS?

Seit dem 12. Januar 2026 gilt ein Summengrenzwert von 100 ng/l für 20 PFAS. Ab 2028 kommt ein strengerer Wert von 20 ng/l für vier besonders kritische PFAS hinzu.

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