PFAS im Leitungswasser Berlin: Was steckt wirklich im Trinkwasser?
PFAS im Leitungswasser Berlin: Was steckt wirklich im Trinkwasser – und was filtert es heraus?
⏱ Lesezeit: ca. 6 MinutenDirekte Antwort: Berlins Trinkwasser stammt fast vollständig aus Grundwasser, das über Uferfiltration aus Havel und Spree gewonnen wird. Es hält die gesetzlichen Grenzwerte ein – doch ein BUND-Test fand bundesweit in 42 von 46 Proben PFAS, und sogar im Berliner Regierungsviertel wurden „Ewigkeitschemikalien" nachgewiesen. Kochen entfernt PFAS nicht. Aktivkohle-Filter reduzieren PFOS und PFOA dagegen zuverlässig – im NSF-Test über 98 % bzw. 96 %.
Wie gut ist Berlins Trinkwasser wirklich?
Berlin ist eine Besonderheit: Die Stadt gewinnt ihr Trinkwasser fast vollständig aus dem eigenen Stadtgebiet. Über sogenannte Uferfiltration wird Wasser aus Havel und Spree durch natürliche Boden- und Sandschichten gefiltert und als Grundwasser gefördert. Die Berliner Wasserbetriebe liefern damit Wasser, das die gesetzlichen Grenzwerte einhält.
Der Haken: Weil Berlin sein Wasser aus Oberflächengewässern im dicht besiedelten Stadtgebiet gewinnt, ist es stärker möglichen Einträgen aus Industrie, Verkehr und Abwasser ausgesetzt als Regionen mit tiefem, geschütztem Grundwasser. Die Frage ist deshalb nicht Ist mein Wasser legal?, sondern Was nehme ich täglich auf – und kann ich es senken?
Was sind PFAS – und warum nennt man sie „Ewigkeitschemikalien"?
PFAS (per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen) sind eine Gruppe von mehr als 10.000 synthetischen Chemikalien. Sie stecken in Antihaft-Pfannen, Outdoor-Kleidung, Lebensmittelverpackungen und Feuerlöschschaum. Ihr gemeinsames Merkmal: Sie bauen sich in der Umwelt praktisch nicht ab – daher der Beiname „Ewigkeitschemikalien".
Einmal im Grundwasser, bleiben sie dort über Jahrzehnte. Die bekanntesten Vertreter im Trinkwasser sind PFOS und PFOA. Beide sind längst verboten, durch Altlasten aber weiterhin nachweisbar.
Wie viel PFAS steckt im deutschen Leitungswasser?
Der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) entnahm zwischen Juni und Oktober 2025 bundesweit Wasserproben und ließ sie in einem akkreditierten Labor auf 58 verschiedene PFAS untersuchen. Das Ergebnis: In 42 von 46 Trinkwasserproben wurden PFAS nachgewiesen – laut BUND war auch Trinkwasser im Berliner Regierungsviertel belastet. In drei Regionen wurden sogar die ab 2028 geltenden Grenzwerte überschritten, meist durch Altlasten aus Feuerlöschschaum.
Zur Einordnung: In den meisten Proben werden die Grenzwerte eingehalten, und die Wasserversorger betonen, dass deutsches Trinkwasser sicher ist. Die Werte zeigen aber, wie weitverbreitet PFAS sind – und dass wir zusätzlich über Lebensmittel und Alltagsprodukte belastet werden.
Die neue Trinkwasserverordnung 2026: Was ändert sich?
Seit dem 12. Januar 2026 gilt in Deutschland ein Summengrenzwert von 100 Nanogramm pro Liter für eine Gruppe von 20 PFAS (PFAS-20). Ab dem 12. Januar 2028 kommt ein strengerer Wert hinzu: maximal 20 ng/l für die vier besonders kritischen Verbindungen PFOA, PFOS, PFNA und PFHxS.
Für Verbraucher heißt das: Der Gesetzgeber erkennt das Problem an und verschärft die Regeln. Gleichzeitig warnen Wasserversorger vor hohen Aufbereitungskosten – die letztlich über den Wasserpreis bei den Verbrauchern landen.
Warum Abkochen gegen PFAS nicht hilft
Ein verbreiteter Irrtum: Wer sein Wasser abkocht, sei auf der sicheren Seite. Das stimmt für Bakterien – aber nicht für PFAS. Diese Chemikalien verdampfen beim Erhitzen nicht. Im Gegenteil: Da beim Kochen Wasser verdunstet, kann sich die PFAS-Konzentration sogar leicht erhöhen.
Was hilft wirklich gegen PFAS im Leitungswasser?
Nicht jede Methode ist wirksam. Diese Übersicht zeigt, was die gängigen Optionen leisten:
| Methode | PFAS-Entfernung | Installation | Mineralien |
|---|---|---|---|
| Abkochen | Nicht wirksam | — | Bleiben erhalten |
| Klassischer Tischfilter | Begrenzt | Nicht nötig | Werden entfernt |
| Umkehrosmose | Sehr wirksam | Erforderlich | Werden entfernt |
| Aktivkohle-Gravity-Filter (AquaGlassFilter) | >98 % PFOS / >96 % PFOA | Nicht nötig | Bleiben erhalten |
Aktivkohle bindet PFAS über Adsorption: Die Moleküle haften an der riesigen inneren Oberfläche des Kohlenstoffs. Ein hochwertiger Aktivkohle-Block entfernt so nachweislich den Großteil von PFOS und PFOA – ohne Strom, ohne Installation und ohne dem Wasser die wertvollen Mineralien zu entziehen.
Für wen ist Filtern besonders sinnvoll?
- Schwangere und Stillende – PFAS können die Plazenta passieren
- Eltern mit Kleinkindern – kleine Körper reagieren empfindlicher auf niedrige Dosen
- Menschen mit hormonsensiblen Erkrankungen – Schilddrüse, Kinderwunsch
- Bewohner älterer Gebäude – wo zusätzlich Blei aus alten Leitungen ein Thema sein kann
- Low-Tox-Lebensstil – bewusster Umgang mit der gesamten chemischen Belastung
Häufige Fragen zu PFAS im Trinkwasser Berlin
Ist das Leitungswasser in Berlin sicher?
Ja. Berlins Trinkwasser hält die gesetzlichen Grenzwerte ein und wird regelmäßig kontrolliert. Wie überall sind jedoch Spuren von PFAS nachweisbar. Wer die persönliche Belastung weiter senken will, kann mit einem Aktivkohle-Filter nachfiltern.
Enthält Berliner Leitungswasser PFAS?
Ein BUND-Test fand 2025 bundesweit in 42 von 46 Proben PFAS – laut Bericht war auch Trinkwasser im Berliner Regierungsviertel belastet. Die Werte liegen in den meisten Fällen unter den Grenzwerten.
Entfernt ein Wasserfilter PFAS?
Aktivkohle-Filter entfernen PFOS und PFOA zuverlässig über Adsorption. Im unabhängigen NSF-Test erreichte der AquaGlassFilter über 98 % PFOS- und über 96 % PFOA-Entfernung. Umkehrosmose ist ebenfalls wirksam, benötigt aber eine Installation.
Hilft Abkochen gegen PFAS?
Nein. PFAS verdampfen beim Erhitzen nicht. Abkochen hilft nur gegen Bakterien, nicht gegen Chemikalien wie PFAS.
Welcher Grenzwert gilt ab 2026 für PFAS?
Seit dem 12. Januar 2026 gilt ein Summengrenzwert von 100 ng/l für 20 PFAS. Ab 2028 kommt ein strengerer Wert von 20 ng/l für vier besonders kritische PFAS hinzu.
Das sagen unsere Kunden
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Karin B. · ✓ Verifizierte Google-Bewertung
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